Das Schicksal einer verwilderten Hauskatze

Merle, eine pechschwarze Hauskatze, wurde im August 2021 geboren. Jemand adoptierte das kleine Katzenmädchen und hat es bestimmt geliebt. Merle wurde gechipt und registriert, was auf eine verantwortungsvolle Haltung schließen lässt.
Aber dann, als Merle erst drei Monate alt war, kam sie abhanden. Ihre Halterin meldete sie als verloren. Merle wurde nie wiedergefunden.

Sie lebte unerkannt und flüchtig wie ein Schatten…

Viereinhalb Jahre später:

An einem sehr kalten und regnerischen Abend Ende März 2026 finden aufmerksame Menschen auf einem Industriegelände in Taunusstein vier neugeborene Kitten unter einer Hecke. Sie bauen den Kleinen schnell ein kuscheliges Nest und sichern es auch gegen den eiskalten Regen ab.

Leider nimmt die Katzenmutter das freundliche Wohnungsangebot nicht an. Eines der Katzenkinder schleppt sie fort, dann kommt sie nicht wieder. Die Menschen warten lange auf sie, aber bevor die Kitten erfrieren, nehmen sie sie an sich und bringen diese in eine Tierarztpraxis.

Sie geben nicht auf und suchen das versteckte Katzenkind. Mitten in der Nacht finden sie es auf nacktem Boden liegend und bringen es zu seinen Geschwistern. Dort, in der Praxis, konnte inzwischen eine Pflegestelle für den Wurf organisiert werden – aber noch fehlt die Mutter!

Eine Lebendfalle wird aufgestellt, mehr als zwei Tage lang, ohne Erfolg. Am dritten Tag, spät in der Nacht, noch einmal ein letzter Einfangversuch. Über Stunden werden über Handy und Außenlautsprecher, der direkt neben der Falle platziert war, die Originalstimmen der Katzenbabys abgespielt. Nach fast drei Stunden: Resignation und Rückzug. Die Katzenmutter ist nicht gekommen.

Morgens dann die unglaubliche Überraschung:
In der Falle sitzt eine schwarze Katze! Die kurze Untersuchung in der Tierarztpraxis ergibt, es ist eine weibliche Katze mit Milch im Gesäuge – eine Mutterkatze!

Außerdem ist sie sogar gechipt und registriert.

Eigentlich könnte dies das Happy End sein, aber nimmt die Mutter nach drei Tagen Trennung ihre Kinder noch an? Wollen die Kinder noch bei ihrer Mutter trinken, wenn sie schon drei Tage lang mit dem Fläschchen gefüttert wurden?

Die Erwartungen waren gering, die Hoffnung groß und das Wunder geschah:
Mit großem zeitlichem Aufwand, mit Hingabe und unglaublichem Einfühlungsvermögen wurde Tag und Nacht daran gearbeitet, dass Mutter und Kinder wieder zueinander fanden.

Nach dieser geduldigen und liebevollen Gewöhnungsphase sind sie nun endlich eine Familie.

ENDE? (nein, noch immer nicht!)

Natürlich wollten wir die ehemalige Halterin finden, aber die hatte nach der erfolglosen Suche in 2021 irgendwann ihren Wohnsitz verlegt, der übrigens damals, als Merle verschwand, in Rufweite des jetzigen Fundortes von Merle und ihren Kindern lag.
Trotz bekannter E-Mail-Adresse, einer Telefonnummer und mehrerer Kontaktversuche meldete sie sich bis heute nicht.

Wir schließen daraus, dass Merle sich fast 5 Jahre lang irgendwie alleine durchgeschlagen hat.

Das würde auch ihre Scheu gegenüber Menschen erklären und gleichzeitig eine womöglich schwache Erinnerung an eine lang zurückliegende gute Beziehung zu mindestens einem Menschen, denn Merle ist eine durch und durch friedliche Katze, die sich auch anfassen lässt.

Merles Kinder sind bis auf eine Tochter inzwischen vergeben. Nun sucht die Mutterkatze zusammen mit ihrer verbliebenen Tochter ein gutes und sicheres Für-Immer-Zuhause.

Wer hat ein großes Herz und viel Geduld für diese tapfere Katze, die alles getan hat, um zu überleben?

Wer gibt ihr das Vertrauen in Menschen zurück und ermöglicht ihr eine Zukunft, zusammen mit ihrer Tochter? Die offizielle Anzeige finden Sie hier: https://tierfreunde-taunusstein.de/katze-merle-und-ihre-tochter